Fußball statt Nachrichten
Ach wie sehr leben wir doch in stürmischen Zeiten. Da gibt es Lügenpresse, Chemtrails, Weltverschwörungen, Illuminaten und "DAS FINANZJUDENTUM" oder was sich manche Hirne in ihrem stillen Kämmerlein beschützt von der Facebook-Filterblase so ausdenken. In dieser Zeit, wo wir doch eigentlich so gut informiert wie noch nie in der Geschichte der Menschheit sein sollten, aber diese wunderbaren kleinen (unglaublich leistungsstarken) Minicomputer nehmen um unser Essen mit der Welt zu teilen oder Katzenvideos anzusehen.
Einige Leser mögen es wissen: Ich bin Wissenschaftler und schreibe derzeit meine Doktorarbeit (lingua academica: ich promoviere! - hört sich gleich viel wichtiger an...). Das bringt es mit sich, dass auch viele alte Texte aus den 60ern und 70ern lese - und da staune ich immer wieder, was die Menschen damals mit ihren so primitiven Mitteln erreichen konnten.
Ich meine: Die Rechner waren lahm. Punkt. Ein Berechnungslauf dauerte mehrere Wochen. Und dennoch haben sie einfach unglaublich viel hinbekommen. Durch Hirnschmalz, Nachdenken und geschicktes Arbeiten und Programmieren. Heute ist es ja eigentlich fast egal. Im Zweifelsfall gleicht man die schlechte Programmierung der Simulation oder des Algorithmus eben mit noch mehr Rechenpower aus. Leistung kostet ja nichts mehr...
In jedem Fall hätten sich diese Forscher für ein einziges Smartphone doch sowas von - ich mags garnicht sagen. Aber egal, Katzenbilder sind auch schön.... und ich schweife ja auch ab... Wir waren ja dabei über den Informationsfluss ins Volk und die Erhaltung von kritischen und aufgeklärten Bundesbürger zu sprechen. Und dafür finde ich neben guten Nachrichtenseiten im Internet stellenweise das Fernsehen sehr gut. Wenn man denn richtig schaut. Und ein bisschen Auftrag und Journalismus kann man ja zumindest von den Öffentlich-Rechtlichen erwarten.
Aus diesem Grund bemühe ich mich jeden Abend die Tagesschau zu sehen (bevor ihr fragt: danach mache ich Sonntags den Fernseher aus... Das beschert mir im Büro schon immer Nachfragen, ob ich den vierzehnten Tatort mit Til Schweiger gesehen habe... Nein!). Es ist so einfach: Morgens auf dem Weg zur Arbeit Radionachrichten, tagsüber Internet, abends Tagesschau. Das gibt mir innerlich das Gefühl mich etwas breiter informiert zu haben. Aber wahrscheinlich schreiben ja doch alle beim Postillon ab - glaube die Geschichten kennt ihr.
Das funktioniert aber die letzten Tage nicht. Stattdessen wird Fußball gezeigt. Das bringt mich zu nachdenken. Bevor ich mir eine Meinung bilde, gebe ich mir Mühe gründlich abzuwägen. Mit eben den wissenschaftlichen Methoden, die mir mal 5 Jahre lang eingebläut wurden. Und das bringt mich irgendwie in eine Patt-Situation. Wonach soll sich denn ein öffentlich rechtlicher Sender richten? Nach dem, was die meisten Deutschen sehen wollen? Oder das was für den Zuschauer vielleicht in Sachen Aufklärung am besten ist. Nötig hätt's der Deutsche ja... Aber wäre das nicht Bevormundung? Andererseits muss es einem staatlichen Sender auch erlaubt sein, mal außerhalb der Quote zu arbeiten. Dafür zahle ich ja monatlichGEZ äh... Rundfunkbeitrag. Grade nochmal gut gegangen.
Mich ärgert das auf jeden Fall. Will der Bürger lieber seinem geliebten Fußball frönen, statt zu erfahren was so (grausliges) in der Welt passiert? Hat er gar "ausmalocht" und "will endlich seine Ruhe" haben? Darf man das so durchgehen lassen? Die Hecke hoch, den Gartenzaun geschlossen?
Neulich sagte mir ein Freund, dass wir uns wieder in einen neuen Biedermeier bewegen... Scheint etwas drann zu sein...
Einige Leser mögen es wissen: Ich bin Wissenschaftler und schreibe derzeit meine Doktorarbeit (lingua academica: ich promoviere! - hört sich gleich viel wichtiger an...). Das bringt es mit sich, dass auch viele alte Texte aus den 60ern und 70ern lese - und da staune ich immer wieder, was die Menschen damals mit ihren so primitiven Mitteln erreichen konnten.
Ich meine: Die Rechner waren lahm. Punkt. Ein Berechnungslauf dauerte mehrere Wochen. Und dennoch haben sie einfach unglaublich viel hinbekommen. Durch Hirnschmalz, Nachdenken und geschicktes Arbeiten und Programmieren. Heute ist es ja eigentlich fast egal. Im Zweifelsfall gleicht man die schlechte Programmierung der Simulation oder des Algorithmus eben mit noch mehr Rechenpower aus. Leistung kostet ja nichts mehr...
In jedem Fall hätten sich diese Forscher für ein einziges Smartphone doch sowas von - ich mags garnicht sagen. Aber egal, Katzenbilder sind auch schön.... und ich schweife ja auch ab... Wir waren ja dabei über den Informationsfluss ins Volk und die Erhaltung von kritischen und aufgeklärten Bundesbürger zu sprechen. Und dafür finde ich neben guten Nachrichtenseiten im Internet stellenweise das Fernsehen sehr gut. Wenn man denn richtig schaut. Und ein bisschen Auftrag und Journalismus kann man ja zumindest von den Öffentlich-Rechtlichen erwarten.
Aus diesem Grund bemühe ich mich jeden Abend die Tagesschau zu sehen (bevor ihr fragt: danach mache ich Sonntags den Fernseher aus... Das beschert mir im Büro schon immer Nachfragen, ob ich den vierzehnten Tatort mit Til Schweiger gesehen habe... Nein!). Es ist so einfach: Morgens auf dem Weg zur Arbeit Radionachrichten, tagsüber Internet, abends Tagesschau. Das gibt mir innerlich das Gefühl mich etwas breiter informiert zu haben. Aber wahrscheinlich schreiben ja doch alle beim Postillon ab - glaube die Geschichten kennt ihr.
Das funktioniert aber die letzten Tage nicht. Stattdessen wird Fußball gezeigt. Das bringt mich zu nachdenken. Bevor ich mir eine Meinung bilde, gebe ich mir Mühe gründlich abzuwägen. Mit eben den wissenschaftlichen Methoden, die mir mal 5 Jahre lang eingebläut wurden. Und das bringt mich irgendwie in eine Patt-Situation. Wonach soll sich denn ein öffentlich rechtlicher Sender richten? Nach dem, was die meisten Deutschen sehen wollen? Oder das was für den Zuschauer vielleicht in Sachen Aufklärung am besten ist. Nötig hätt's der Deutsche ja... Aber wäre das nicht Bevormundung? Andererseits muss es einem staatlichen Sender auch erlaubt sein, mal außerhalb der Quote zu arbeiten. Dafür zahle ich ja monatlich
Mich ärgert das auf jeden Fall. Will der Bürger lieber seinem geliebten Fußball frönen, statt zu erfahren was so (grausliges) in der Welt passiert? Hat er gar "ausmalocht" und "will endlich seine Ruhe" haben? Darf man das so durchgehen lassen? Die Hecke hoch, den Gartenzaun geschlossen?
Neulich sagte mir ein Freund, dass wir uns wieder in einen neuen Biedermeier bewegen... Scheint etwas drann zu sein...


Kommentare
Kommentar veröffentlichen